Im Urheberrechtsstreit der Nintendo of America verurteilte das Gericht den Raubkopien-Händler James Williams zur Zahlung von 4,5 Millionen Dollar Schadensersatz. Das Versäumnisurteil verpflichtet Williams zudem, seine betreffenden Shops zu schließen und keine Software mehr zu verbreiten, die den Kopierschutz umgeht.
Im Urheberrechtsstreit der Nintendo of America hat das Gericht den in Arizona ansässigen James Williams, der sich selbst als „Pirat“ bezeichnet, zur Zahlung von 4,5 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt. Das Gericht gab sämtlichen Forderungen Nintendos statt und erließ ein Versäumnisurteil, nachdem der Beklagte nicht zu den Verhandlungen erschienen war, sodass der Fall ohne Geschworenenprozess abgeschlossen werden konnte.
Hintergrund der Klage
Laut der Klageschrift von Nintendo betrieb Williams mehrere Online-Shops, in denen er unlizenzierte Spielkopien für Nintendo-Switch-Konsolen verkaufte. Darüber hinaus habe der Beklagte Dritten den Zugang zu Software ermöglicht, mit der Nintendos Kopierschutz umgangen werden kann.
Diese Unterstützung soll größtenteils über die Reddit-Community r/SwitchPirates erfolgt sein, in der Williams unter dem Benutzernamen „Archbox“ als Moderator tätig war.
Berechnung der Strafe und verhängte Verbote
Die Gesamtsumme von 4,5 Millionen Dollar setzt sich laut Gericht aus dem nach dem DMCA höchstmöglichen gesetzlichen Schadensersatz von 150.000 Dollar pro Werk multipliziert mit den 30 Switch-Spielen zusammen, die Nintendo in der Klageschrift aufgeführt hatte.
Das Gericht verpflichtete Williams und mögliche Mittäter, alle betreffenden Online-Shops unverzüglich zu schließen. Dem Beklagten ist es vollständig untersagt, Software und Materialien, die den Kopierschutz umgehen oder Spiele und Konsolen betreffen, herunterzuladen, hochzuladen, anzubieten, zu bewerben oder zu verbreiten. Williams muss zudem alle Social-Media-Konten dauerhaft schließen, die er zur Verbreitung von Switch-Spielen oder Methoden zur Umgehung des Kopierschutzes genutzt hat.